Luxus -Kristall aus der Stadt der Liebe

Luxus -Kristall aus der Stadt der Liebe

Paris war schon immer etwas Besonderes: Die Stadt der Liebe, die Stadt der Träume, die Stadt der Mode. Die Stadt, in der das Leben pausenlos pulsiert. Vor allem zur Zeit der Fashion Week: Vor den Eingängen der exklusivsten Geschäfte sind rote Teppiche ausgelegt, schwarze Limousinen streifen mit dunkelgetönten Scheiben durch die vornehmsten Viertel der Stadt. 


Der besondere Flair…

Elegant  und extravagant gekleidete Menschen flanieren über die Champs Elysées, sitzen in den Restaurants oder stehen an roten Ampeln. Die ganze Stadt, ihre Bewohner und ihre Besucher haben sich fein gemacht. Denn Haute Couture ist angesagt, auch wenn nur ausgewählte Designer, Schauspieler, Künstler oder Modefachleute Zugang zu den Shows haben – der besondere Flair, der davon ausgeht ist überall zu spüren. Auch in den alten Kirchen und Prachtbauten, die das Stadtbild prägen. Wie in dem eleganten Palast an der „Place des États-Unis“ in Trocadero. Wo bis zu ihrem Tod 1970 Prinzessin und Mäzenin Marie-Laure de Noailles bedeutende Künstler wie Salvador Dalí, Man Ray, Luis Bunuel, Peggy Guggenheim, Balthus und Franzis Poulenc empfing und rauschende Feste feierte, ist heute das berühmte Baccarat Museum, eingerichtet vom französischen Stardesigner und Architekten Philippe Starck.

Es glitzert und funkelt in Paris…

Schon der Verkaufsraum macht dem Namen „Baccarat“ alle Ehre. Seit mehr als drei Jahrhunderten steht der Luxus-Glashersteller für zeitloses Design, Eleganz und Schönheit. Nicht umsonst darf sich Baccarat „Das Glas der Könige“ nennen. Exklusive Dekorationen, erstklassige Karaffen, Glasvasen, Parfumflakons, Kronleuchter und andere prunkvolle Glasformen, hergestellt in der Kristallwerkstatt in Lothringen. Eine lange, in drei verschiedenen Stilrichtungen gedeckte Tafel füllt den Raum mit bunten Wassergläsern, Weinpokalen und Sektkelchen. Die ungewöhnlichsten Stücke, angelehnt an die russische Zarenzeit, die griechische Antike, das byzantinische Mittelalter.

„Aber bitte aufgepasst!“…

ermahnt die Kunsthistorikerin Ingrid Held, die wie in Zeitlupe durch den Raum schreitet, aus Angst diese zerbrechlichen Schätze bei der kleinsten falschen Berührung kaputtzumachen. Bei den Preisen ist die Angst nicht ganz unberechtigt: Ein kleines blaues Schnapsglas aus der russischen Kollektion kostet stolze 1700 Euro. „Reiche Russen leben in Saus und Braus und geben gern ein Vermögen für kostbares Tafelgeschirr aus“ erklärt sie. Die Räumlichkeiten im ersten Stock lassen an Luxus und Eleganz nicht nach. Ganz im Gegenteil, hinter zwei gigantischen Holztüren befindet sich der prächtige Ballsaal. Glänzendes Parkett, eine meterhohe Decke mit goldenem Stuck verziert. Wunderschön bemalte Wände, mächtige Spiegel in prunkvollen, goldenen Rahmen, bodentiefe Fenster und funkelnde Kristallkronleuchter, die von der Decke hängen – einer der Lieblingsräume der französischen Prinzessin -verständlich.

Es duftet nach Liebe…

Als nächstes sehen wir eine Sammlung von Parfümflakons aus dem 20. Jahrhundert -wieder in allen Farben und Formen. „Käufer sind vor allem Sammler, die damit ihr Badezimmer schmücken.“ Ingrid Held, die selbst eine Kunstliebhaberin ist und für das Luxus-Kristall schwärmt, erzählt uns die spannendsten Geschichten von der Verbindung von Baccarat zu Napoleon und dem Symbol der Biene, über die Situation nach dem Zweiten Weltkrieg und die Bedeutung der Farben der französischen Flagge bis hin zu dem Klassizismus liebenden Dior.

Es wird deutlich: Baccarat ist nicht nur ein Kristallhersteller, Baccarat ist Teil der Geschichte Frankreichs und gehört schon längst zur französischen Tradition.

Text von Valentina Rost – Studentin am Fashion Design Institut, Fach: Fashion Journalismus